boardmag.com

Snowboard Test: Splitboard Jeremy Jones Solution mit Karakoram Split 30

Sa. 24. Mai 2014, 22:56 Uhr | Redaktion | 0 Kommentare

Im Rahmen einer Snowboardtouren Reise in das Russische Chibinen Gebirge hatte ich die Gelegenheit, das Jeremy Jones Solution mit der Karakoram Split30 Bindung zu testen.

Bisher hatte ich nur Erfahrung mit dem Voile System. Dieses System kann mit jeder beliebigen Bindung, sowie allen auf dem Markt erhältlichen Splitboards oder Eigenbauten verwendet werden. Das Voile System ist zwar eine der günstigsten Möglichkeiten, weist jedoch auch einige Mängel auf. Angefangen bei der Bindungsmontage, die viel Zeit in Anspruch nehmen kann, da sich der Schlitten sehr leicht auf dem dazugehörigen Interface verkeilt.

Beim Tourengehen hat man durch die Interface Metallplatte direkt an der Bindung zusätzliches Gewicht bei jedem Schritt an den Füßen und der Umbau am Berg kann bei rauen Wetterbedingungen zum Geduldsspiel werden.

Das Fahrgefühl ist durch den großen Abstand vom Brett sehr gewöhnungsbedürftig, woran man sich nach einer Weile allerdings gewöhnt.

Nach einiger Recherche was der Markt zu bieten hat, kam ich recht schnell auf die Bretter von Jeremy Jones, das Bindungssystem von Karakoram und den Wunsch diese zu testen.

Zum Board: Jeremy Jones Solution

Das Solution Splitboard ist in verschiedenen Längen 154 cm, 158 cm, 161 cm, 164 cm, 163W und 168W erhältlich.

Beim Shape handelt es sich um ein Direcional Hybrid Camber/Rocker, d.h. der Stand ist etwas zurückgesetzt mit einer klassischen Vorspannung, die bei hartem Schnee und Eis sehr griffig ist und einen Rocker hat, um im Powder oben auf zu schwimmen.

Da das Brett sehr steif ist, bietet es auch bei schlechten Schneebedingungen ideale Kontrolle beim Abfahren, Zraversieren und beim Tourengehen. Die wohl größte Besonderheit ist die Mellow Magne Traction (bekannt von Libtechnology Snowboards) an den Innenkanten des Splitboards. Im zusammengebauten Zustand führt diese „Brotmesser“- Kante dazu, dass sich die beiden Hälften ineinander verzahnen und das Brett sehr an Stabilität gewinnt. Beim Tourengehen nutzt man diese Kanten auf der Außenseite, um bei Hangquerungen in Harsch und Eis besseren Halt zu erreichen. 

Desweiteren führen auch die Schnappverschlüsse am Brett zu mehr Stabilität beim Fahren als bei den herkömmlichen Verbindunghacken.

 

 

 

 

 

Obwohl es sich hierbei um ein Splitboard handelt, bei dem man in der Regel immer Abstriche an der Steifigkeit machen muss, hat man in diesem Fall ein sehr stabiles Brett mit hervorragendem Fahrverhalten bei allen Bedingungen.

noch ein Clip zum Board...

 

Zur Bindung: Karakoram Split30

Das Gewicht pro Bindung beträgt ca. 820g.

Verbaute Materialen sind CNC gefrästes Aluminium, rostfreier Stahl und Dupont Zytel.

Laut Hersteller beträgt die Umbauzeit weniger als 2 Minuten, was sicher zu erreichen ist, aber erst nach einiger Übung.

Auf den Ersten Blick macht die Bindung einen soliden schnörkellosen Eindruck der geringen Tragekomfort vermuten lässt, was absolut NICHT der Fall ist. Beim hiken sowie beim abfahren bietet die Bindung sehr guten Tragekomfort und gute Kraftübertragung.

Sowohl das Interface zum Hiken als auch das zum Riden bieten schnelles Ein- und Ausbauen, solange man sich nicht in großer Kälte und Unwetter befindet. Bei schlechten Wetterbedingungen kann es etwas Zeit kosten alle Teile vom Eis zu befreien, damit die präzisen Verschlüsse einrasten können.

Das Hike Interface ist mit einem simplen Klicken fixiert und bietet zwei verschieden hohe Steighilfen.

Das Interface zum Abfahren wird an der Front der Bindung eingehackt und an der Ferse mit zwei Pins fixiert, die mit einem Verschluss an der Bindung betätigt werden. 

Zuerst wird die Bindung vorne eingehakt.

 

 

 

 

 

Und dann mit den Pins fixiert und gesichert.

Eine weitere Besonderheit dieses Bingungssytems ist, dass man die Ferse im Tourenmodus fixieren kann, um Skaten, Araversieren oder seitlich Aufzusteigen zu können. Auch beim Abfahren von kleinen Steigungen bietet diese Möglichkeit wesentlich mehr Kontrolle.

Das Highback kann mit einem Handgriff von Ride- auf Hikemodus gestellt werden, um beim Gehen weitere, gemütlichere Schritte machen zu können:

Alles in allem ein sehr ausgeklügeltes System bei dem man merkt, dass die Entwickler sich ausgiebig mit der Materie auskennen und befasst haben. Das Resultat ist ein Produkt, bei dem man weder beim Hiken noch beim Abfahren Abstriche machen muss.

Bei eisigen Bedingung kann es jedoch etwas zeitaufwendiger sein das System umzubauen, was definitiv ein schwer zu lösendes Splitboard Problem ist.

Vom Voile-System auf jeden Fall ein riesen Sprung der sich natürlich stark im Preis niederschlägt, aber sich meiner Meinung nach auf alle Fälle lohnt.

und ein Clip zur Bindung:

und weiterführende Links:

https://www.jonessnowboards.com/

https://www.splitboardbindings.com/

 

Wir danken der Fa. Element Sports für die Bereitstellung des Testmaterials.

 

Der Test wurde durchgeführt von Jonas Nefzger.

Kommentare

Neuen Kommentar schreiben

Bild des Benutzers Gast

Type in the adjacent number to solve the CAPTCHA: 7786