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Crazy Shapes: Snowboards in allen Formen

Mi. 04. Okt 2017, 13:49 Uhr | Felix Krüger |

In den frühen Jahren des Snowboardsports wurde viel mit verschiedenen Snowboard Shapes experimentiert. Tüftler wie Jake Burton und Tom Sims versuchten mit allerlei verschiedenen Formen, ihre Bretter auf unterschiedliche Einsatzbereiche anzupassen. Über die Jahre ging diese Experimentierfreudigkeit jedoch verloren. Es setzten sich zwei vorherrschende Shapes durch: Twin für Freestyler, die viel Switch unterwegs sind, und Directional für Freeride- und Allmountain Boards. Der Grund liegt auf der Hand: Twins und Directionals sind vielseitig einsetzbar. Wer ein Snowboard für alles möchte, wird sich sicher für einen dieser beiden Shapes entscheiden. 

Gerade bei Fortgeschrittenen Snowboardern geht der Trend inzsichen jedoch zum Zweit- oder sogar Drittbrett, so dass es durchaus Sinn ergeben kann, sich Gedanken über ein reines Powder- oder Carvingbrett zu machen, das bei entsprechenden Bedingungen für noch mehr Snowboardspaß sorgt. Das haben inwischen auch viele Snowboard-Brands erkannt und bieten neben den klassischen Shapes zahlreiche Exoten an. Manche dieser Bretter haben ein relativ schmales Einsatzgebiet, andere decken ein breiteres Spektrum ab. Hier eine Auswahl:

Ride Snowboards: Alter Ego

Die Zielgruppe:
Das Alter Ego von Ride richtet sich an Snowboarder, die gerne schnell auf der Piste und genüsslich im Powder unterwegs sind.

Der Clou: 
Das geteilte Tail, das durch einen Clip geöffnet und geschlossen werden kann.

Der Vorteil:
Anpassbare Performance auf der Piste und im Powder. Wird der Clip geöffnet wird der Flex im Tail weicher und die Torsionssteifigkeit sinkt. So lässt sich das Alter Ego im Powder leichter steuern und der Auftrieb wird erhöht. Bei geschlossenem Clip läuft das Brett dafür ruhiger und reaktionsschneller - perfekt zum Carven auf der Piste.

Der Nachteil:
Wegen des geteilten Tails ist das switch Fahren auf gewaltzem Schnee eine echte Herausforderung. Für einen Ausflug in den Park ist das Alter Ego nicht geeignet.

Das Terrain:
+ Powder, Piste
- Park, Halfpipe

Der Preis:
579 €

Never Summer: Insta/Gator

Die Zielgruppe:
Vielseitige Snowboarder mit kleinen Füßen und einem BMI unter 25.

Der Clou:
Durch seinen Shape kann das Insta/Gator von Never Summer etwa 10 cm kürzer gefahren werden als herkömmloiche Snowboards. Das Insta/Gator ist in Längen zwischen 144 und 159 cm erhältlich.

Der Vorteil:
Die kurze Bauform sorgt für mehr Wendigkeit, weniger gewicht und schnellere Spins. Je nach Bedingungen können die Bindungen unterschiedlich montiert werden: Zentriert für Park-Sessions, mit leichtem Setback zum Piste Cruisen und mit starkem Setback, damit im Powder ausreichend Auftrieb da ist.

Der Nachteil:
Bei höheren Geschwindigkeiten laufen sehr kurze Boards unruhig und sind somit schwerer zu kontrollieren. Die kleine effektive Kantenlänge kann beim Carven bei eisigen Bedingungen für zu wenig Kantengriff sorgen. Vor allem etwas schwerere Snowboarder dürften das schnell zu spüren bekommen. 

Das Terrain:
+ Powder, Park, Piste
- Eis, Halfpipe, große Kicker

Der Preis:
699 €

Lib Tech: Blank

Die Zielgruppe:
Handwerklich begabte Snowboarder, die gerne selbst Hand anlegen und ein reines Powderboard suchen.

Der Clou:
Das Blank von Lib Tech kommt ohne Shape. Mit einer Säge kann sich jeder Snowboarder seine eigenen Shape-Wünsche erfüllen.

Der Vorteil:
Jeder Snowboarder ist anders - das Perfekte Brett von der Stange gibt es nicht. Wer etwas Mut und keine zwei linken Hände besitzt, kann sich das Blank genau auf seine Bedürfnisse zusägen und seine wildesten Shape-Träume verwirklichen.

Der Nachteii:
Was weg ist ist weg. Wer einmal zu viel absägt, hat unter Umständen ein unbrauchbares Brett. Dazu kommt, dass das Blank keine Kanten hat und sich somit nur für den Einsatz im Powder eignet.

Terrain:
+ Powder
- Piste, Park

Preis:
299 €

K2: Cool Bean

Die Zielgruppe:
Snowboarder, die entweder gänzlich auf Park-Riding verzichten, oder zusätzlich zu ihrem Park-Board ein Powderboard suchen. Das Cool Bean von K2 eignet sich auch für Fahrer mit größeren Füßen.

Der Clou:
Durch die extrem lange, breite Nose und das kurze Tail mit Schwalbenschwanz bietet das kurze Board (138 bis 150 cm) reichlich Auftrieb. 

Der Vorteil:
Das Board ist leicht, wendig und sinkt auch im teifen Powder nicht ein. 

Der Nachteil:
Fakie Landen ist mit dem Cool Bean eine echte Herausforderung. Bei Hohen Geschwindigkeiten fehlt es zudem an Laufruhe.

Terrain:
+ Powder, Piste
- Park, Rails, Pipe

Preis:
400 €

Arbor: Terrapin

Die Zielgruppe:
Das Arbor Terrapin eignet sich für Fortgeschrittene und Experten, die ein reines Powderbrett für Tage mit mehr als 30 cm Neuschnee suchen.

Der Clou:
Durch die überdimensionierte Nose und das extrem kurze, schmale Tail soll im Powder echtes Surf-Feeling aufkommen.

Der Vorteil:
Im Gegensatz zu anderen kurzen Powderboards ist das Terrapin relativ hart. Dadurch reagiert es sehr schnell, und hat einen guten Pop für mehr Airtime. Da kein Schwalbenschwanz-Tail zum Einsatz kommt lassen sich kurze Strecken im Notfall auch mal Fakie zurücklegen.

Der Nachteil:
Das Board funktioniert wirklich nur im Powder. Auf der Piste ist das Fahrverhalten sehr gewöhnungsbedürftig.

Das Terrain:
+ Powder
- alles andere

Der Preis:
599 €

GNU: Zoid

 

Die Zielgruppe:
Snowboarder, die gerne schnell unterwegs sind, wenig jibben und ein Board mit breitem Einsatzgebiet suchen.

Der Clou:
Das Zoid von Gnu ist asymmetrisch. Das bedeutet, dass Backside- und Frontsidekante unterchiedliche Shapes aufweisen. 

Der Vorteil:
Anatomisch bedingt ist es praktisch unmöglich, die Frontside- und die Backsidekante eines Snowboards beim Carven auf gleiche Weise zu belasten. Asymmetrische Shapes sollen diese ungleiche Belastung ausgleichen und gleichmäßigere Kurvenradien ermöglichen. 

Der Nachteil:
Wer bislang auf herkömmlichen Boards unterwegs war, wird seinen Fahrstil etwas anpassen müssen, da der Radius auf der Backside-Kante kleiner ist und die Turns so deutlich explosiver ausfallen. 

Das Terrain:
+ Piste, Park, Pipe, Backcountry
- Rails, Street

Preis:
650 €

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