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Test Review: Skateshoe Globe Decenzo Pro

So. 21. Sep 2014, 11:09 Uhr | May | 0 Kommentare

Als Phil mir eröffnete, ich dürfe das neue Ryan Decenzo Promodel von Globe testen, musste ich erstmal schmunzeln. Irgendwie habe ich das Gefühl für Globe wäre der Zug vor ein paar Jahren abgefahren und spätestens nachdem Viele, gefühlt Alle, aufgehört haben den Finale zu skaten, habe ich, glaube ich, ernsthaft keine Globe Schuhe mehr gesehen, außer bei Fabi - aber, da der sie umsonst kriegt, zählt das nicht. Das war so circa 2007-2008. Danach scheint es mir ruhig geworden zu sein um Globe. Es gab zwar hier und da mal einen TrashMetal-Schlangenleder Schuh von David Gonzales oder ein Mark Appleyard Modell mit hawaianisch klingendem Namen, aber im echten Leben habe ich die nie gesehen. Klumpen sind halt mittlerweile nicht mehr angesagt und so probiert der Decenzo auf den ersten Blick auch etwas schmaler und geschmeidiger als die alten Chet Thomas oder Rodney Mullen Promodels daher zukommen. Wenn ihr an dieser Stelle eine Kompilation sämtlicher Ryan Decenzo Parts erhofft habt, so muss ich euch leider enttäuschen. Ryan ist einer dieser sympathischen Red Bull Stuntmänner, der sich riesige Stufen und Handläufe runter knüppelt ohne mit der Wimper zu zucken, weswegen ich seine Parts nicht wirklich auf dem Schirm habe. Er hatte vor ein paar Jahren einen Part in einem Transworldvideo und vor ein paar Wochen ist ein Onlinepart auf Thrasher von Ryan veröffentlicht worden. Er ist ein offizieller Red Dragon, RDSFSU 2002 - ist aber 12 Jahre her. Sein Bruder Scott ist Plan B Amateur oder Flowtrash und hat mal Switch Frontside Hurricane an einem Handlauf gemacht. Viel mehr weiß ich über den lieben Ryan Descenzo nicht.

Ryan's Thrasher Part

Erster Eindruck und Session

Wer, wie ich in den letzten Jahren vermehrt Schläppchen gefahren ist, wird den Decenzo beim ersten Tragen als unglaublich klumpig und eng am Fuß sitzend wahrnehmen (dazu kommt der Militärtouch durch das Camouflagegemache am Hacken, der mich anfangs auch sehr gestört hat). Hinzu kommt noch, dass ich den Außennähten noch nicht so richtig traue, da es mir ja untersagt ist mit Shoe Goo oder Sekundenkleber nach zu helfen.  Sei’s drum, Schuhe angezogen und erstmal zum Alf unter die Brücke Bank fahren und ein paar Flips ausprobieren. Und hier muss ich den Schuh ausdrücklich loben, denn er ließ sich aus dem Karton direkt sehr gut skaten, obwohl Form und Sohle in keinster Weise meinem bevorzugtem Schuh entsprechen.

Kickflips und alle möglichen anderen Flips klappten von Anfang an. Die Sohle hat nach dem ersten Abrieb direkt einen angenehmen Grip, der vor allen Dingen Kickflips außerordentlich schnell und präzise nach oben schießen lässt und auch Curb fahren in Haslach hatte auf einmal mehr mit Zielen und Sicherheit zutun als mit meinen ausgelatschten Altschuh.

Nach 10 Stunden skaten

Die Sohle gibt sich unverändert, der Grip lässt auch nicht nach. Doch was mir Sorgen macht sind die dicken Nähte an der Außenseite, da sie sich allmählich vollkommen aufgelöst haben und die Stoffteile des Schuhs beginnen sich nach außen zubiegen. Die Spitze des rechten Schuhs hält sehr gut, außer einer leichten Aufhellung am Leder ist praktisch kein Makel fest zustellen. Normalerweise sorgt eine aggressive Kickfliptechnik hier für ein anderes Bild, insofern muss man die Haltbarkeit der nahtlosen Stellen des Schuhs auch ausdrücklich loben.

Vom Gefühl her ist der Schuh wirklich gut, der Schuh drückt mittlerweile nirgendwo mehr und meine Füße manövrieren mit seiner Hilfe das Board verlässlich in die gewünschten Positionen.

nach 10 Stunden zum Ersten

nach 10 Stunden zum Zweiten

Die Sohle nach 10 Stunden

Nach 20 Stunden skaten

An sich hat sich an dem Zustand des Schuhs nach 10 Stunden skaten nicht wirklich viel geändert: Die Sohle ist nach wie vor top in Schuss, der Schuh ist nicht ausgeleiert und auch die gefährdete Spitze hält weiterhin super. Der Grip des Schuhs ist ebenfalls unverändert positiv. Allerdings haben sich die Außennähte an beiden Schuhen fast gänzlich aufgelöst und präsentieren in der Olliezone die kleinen Zehn, die auch nach einer halben Stunde skaten zu bluten anfangen. Ich habe nur eine Line mit einem Heelflip begonnen und da diese etwas länger gedauert hat, war das dann das Ende der Außennaht.

nach 20 Stunden zum Ersten

nach 20 Stunden zum Zweiten

Die Sohle nach 20 Stunden

Fazit

Jedem, der zum Skaten etwas mehr Schuh an seinem Fuß bevorzugt und sich an der Shoegoopflicht nicht stört, kann man diesen Schuh ohne Skrupel empfehlen.

Der Descenzo hält wirklich gut, wenn man seine Sollbruchstellen  zwischendurch immer mal wieder klebt. Ohne Kleber sollte man jedoch mit neuen Griptapes und besonders Heelflips vorsichtig sein, dafür kann man ohne Bedenken jede Geschwindigkeit mit dem Runtersetzen des Fußes bremsen, ich spreche vom klassichen Sohlenschleifer. Nachdem ich den Schuh fertig getestet hatte, die Löcher an den Seiten für meine Verhältnisse nicht mehr zu kleben waren und ich keine Lust mehr auf blutige Zehen hatte, wollte ich den Schuh am Mensapool in den Baum befördern. Hier kam der alte Pfennigfuchser Sascha an und bat mich ihm den Schuh zu schenken. Gesagt, getan und nun macht Sascha mit dem Descenzo wunderschöne, hohe Kickflips bis in alle Ewigkeit. Danke an den Boardshop für das Testexemplar und danke an Sascha für die schönen Schwinger und Kickflips.

Bewertung:

Komfort: zu Beginn sehr eng am Fuß, passt sich aber mit der Zeit von selbst an. 7 Punkte

Grip: am Anfang fast zuviel, dann aber super bis zum Ende.  9 Punkte

Boardgefühl: muss sich entwickeln, ist dann aber gut. 9 Punkte

Haltbarkeit: Doppelnaht an der Seite muss man kleben, Sohle ziemlich gut. 6 Punkte

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