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Test Review: Longboard Rollen Jucker Hawaii Big Balls

Sa. 08. Okt 2016, 20:21 Uhr | Timotheus Kredel | 0 Kommentare

Nachdem ich schon die Superballs aus der Streetball Reihe hatte, hab ich mir die größte Rolle davon geschnappt. Die Rede ist von den „Big Balls“. Ob diese genauso smooth sind, wie ihre kleineren Kollegen, habe ich versucht heraus zu finden.

Facts:

  •          74mm Größe und 45mm Contact- Patch
  •          Härtegrad: 80A
  •          Centerset Kern
  •          Kommt „pre-broken-in“ das heißt, sie hat keine Glanzschicht und kann direkt voll geslidet werden
  •          Runde Lippe

Cruising mit den Bigballs:

Bevor ich die Rolle unter mein Brett schrauben konnte, musste ich ein wenig risern, da die Rolle mit 74mm zu groß für meinen Cruiser war. Nachdem ich das getan hatte, stand dem Fahren aber nichts mehr im Weg. Ich habe sie unter meinem Brett für den täglichen Gebrauch geschraubt und bin sie auf jedem meiner tägliche Wege gefahren

Die Rolle läuft ruhig und schluckt Unebenheiten sehr gut, auch bei rauerem Asphalt oder Pflastersteinen absorbiert die Rolle das meiste und läuft absolut ruhig. Durch die Größe der Rolle muss man nicht oft anschieben und kann längere Strecken gemütlich Rollen. Durch den relativ kleinen Kern ist die Rolle dennoch die schnellste, aber wirklich langsam ist sie auch nicht.

Durch die breite Lauffläche hat man auch beim Cruisen SpaßDurch die breite Lauffläche hat man auch beim Cruisen Spaß

Sowohl für längere Cruising Sessions, als auch in der Stadt bringt die Rolle eine gute Performance und lässt sich gut durch die Straßen manövrieren. Nur für die meisten Minicruiser ist sie definitiv zu groß oder man muss so stark risern, dass es keinen wirklichen Fahrspaß mehr bietet. Aber eigentlich zieht es die Rolle insgeheim doch wo anders hin:

Freeride/Downhill/Slide:

Ich habe mir die Rollen unter mein Moonshine Spirit mit 160mm Standard Trucks geschnallt und dadurch die perfekte Mischung aus Slip&Grip kreiert.

Genauso wie die Superballs, sind die Big Balls rutschiger als sie aussehen, aber diesmal war ich vorgewarnt und konnte mich direkt darauf einstellen.

Durch das Stonegroundfinish kann man direkt los sliden und Spaß haben. Nach den ersten paar Slides war ich aber etwas enttäuscht, der smoothe Slide ihrer kleinen Kollegen bleibt hier aus und wirklich sanft rutscht man nicht. Da die meisten Rollen aber etwas Zeit brauchen, um sich richtig entfalten zu können, bin ich die Rollen einfach noch einen Nachmittag gefahren. Und tatsächlich: Jetzt fängt die Rolle richtig an Spaß zu machen, die abgerundeten Kanten waren jetzt auch fast verschwunden und das volle Potenzial der Rolle kommt hervor.

Gepaart mit einer schmalen Achse, machen die Big Balls ordentlich SpaßGepaart mit einer schmalen Achse, machen die Big Balls ordentlich Spaß

Die Rolle lässt sich super angenehm in den Slide drücken und bietet eine schöne Verzögerung. Man hat einen guten, konstanten und kontrollierten, smoothen Slide. Der Slide ist sehr vorhersehbar und man kann sie sehr gut kontrollieren.

Auch bei starken Kurvenfahrten macht die Rolle sich gut, man hat noch ordentlich Grip und muss definitiv keine Angst haben in der Kurve einfach raus zu fliegen. Zwar ist die Rolle nicht so gripig, wie die meisten ihrer Kollegen in einem ähnlichen Shape, aber bietet für die meisten Kurven noch ausreichend Grip.

Auch beim Carven findet man guten Halt, durch die breite Contact-Patch und die nicht ganz runden Kanten hat man guten Halt und kann gemütlich den Berg runtercarven.

Langlebigkeit und Abrieb der Rolle:

Da es das gleiche Urethan wie bei den Superballs ist, sind auch hier die fetten Thanelines vorprogrammiert. Und Jucker Hawaii verspricht auf seiner Website nicht zu viel:

Die Rolle hinterlässt schon ab dem ersten Slide ziemlich dicke Lines und bemalt die Straße ordentlich. Trotzdem finde ich, dass die Superballs da noch ein wenig dickere Lines auf der Straße lassen, das kann aber auch asphalt- und temperaturabhängig sein.

Durch die dicken Lines ist natürlich auch der Abrieb groß und die Rolle wird relativ schnell kleiner. Da man aber 74 mm hat, hat man trotzdem ziemlich lange Spaß. Für den starken Abrieb hält sie dennoch erstaunlich lang.

Aber der starke Abrieb kann auch zu Problemen führen:Aber der starke Abrieb kann auch zu Problemen führen:

Wenn man seine Slides nicht sauber macht und das Board auf 90 Grad stellt, hat man ziemlich schnell, ziemlich dicke Flatspots. Die bekommt man zwar bei einer Rolle dieser Größe schnell wieder raus, trotzdem ist es ärgerlich. Wenn man nicht Toeside- und Heelsideslides im gleichen Maße macht, muss man die Rolle auch öfters durchtauschen, sonst ist auf zwei Rollen noch deutlich mehr Urethan als auf den anderen beiden.

Aber auch hier gilt, wenn man ein bisschen übt, eine gute Technik hat und seine Slides abwechselt oder die Rollen durchtauscht, hat man  keine Probleme und kann die Rollen sauber runterfahren.

Fazit:

Mit den Big Balls hat Jucker Hawaii eine zweite super Rolle gemacht, die mit 45 Euro ein sehr gutes Preis/Leistungs Verhältnis hat.

Die Rolle macht sowohl beim Cruisen, als auch beim Freeriden Spaß. Man hat deutlich mehr Grip als bei der Superball und trotzdem den gleichen smoothen Slide. Wenn man die Rolle 2-3mm runtergefahren hat, macht die Rolle am meisten Spaß.

Sie mag zwar nicht die schnellst sein oder so viel Grip bieten, wie manch andere vergleichbare Rolle, aber wenn man das gar nicht braucht und weiß, macht man nichts falsch.

Empfehlen kann ich die Rolle allen, die etwas suchen, womit sie gut den Berg runter kommen, nicht auf Grip verzichten möchten, fette Thanelines mögen und trotzdem einen smoothen Slide wollen.

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