boardmag.com

Test Review: Longboard Achsen Standard Truck Forged Truck

Di. 04. Okt 2016, 18:33 Uhr | Timotheus Kredel | 0 Kommentare

Test Review:  Longboard Achsen Standard Truck Forged Truck

Vor Kurzem bin ich auf die Marke “Standard Trucks” aufmerksam geworden. Die Marke war mir bisher unbekannt, aber die Achsen sahen sehr ansprechend aus. Kurzerhand habe ich mir die „Forged Trucks“ mal genauer angeschaut. Sowohl die „Quick Change“ Trucks in 170 mm als auch die normalen in 160 mm. Ob die Trucks gegen bekannte Namen bestehen können, habe ich ausprobiert.

Facts:

  •          Man kann wählen zwischen 160mm, 170mm und 180mm Breite
  •          Die Achsen haben 3mm Rake
  •          Die Achsen kommen alle mit einer 40 Grad baseplate
  •          Ein Set Achsen wiegt 790 Gramm
  •          Kommen mit 90A Jelly Interlock Bushings (Barrel)
  •          Achsstifte sind austauschbar
  •          Die Achsstifte können mit einem „Quick Change“ ausgestattet werden, welches die Benutzung von Achsmuttern  überflüssig macht, welches aber optional ist

Ich bin die Achsen unter meinem Moonshine Spirit gefahren, dazu hatte ich vor allem die Jucker Hawaii Big Balls unterm Brett, aber auch einige andere Rollen.

Qualität:

Als ich die Trucks bekommen habe, war ich erst mal überrascht. Man bekommt eine Hülle, in der alle Teile der Achse einzeln drinnen sind und die man dann selbst zusammenschrauben muss. Zunächst war ich etwas überfordert, was jetzt wo und wie hingehört, aber ein Blick auf die Website hat geholfen und ich konnte die Achse zusammenbauen.

Die Bushing haben einen fest verbauten „Insert“ der genau in die Achse passt, doch leider konnte ich die Bushings gar nicht fahren, da ich Wheelbites bekommen habe, und musste daher auch auf die Inserts verzichten. Die Bushings kommen mir deutlich weicher als 90a vor, daher habe ich mir 87a Venom Bushings eingebaut und hatte keine Problem mehr. Aber, dass jeder für sich selbst die passenden Bushings finden muss, ist ja normal. Solltet ihr leichter als 80 Kilo sein, könnten die Stockbushings passend für euch sein und ihr könnt auch die Inserts nutzen.

Man kann die Achsen in schwarz oder rot kaufenMan kann die Achsen in schwarz oder rot kaufen

 

Die Achse macht einen sehr hochwertigen und stabilen Eindruck, trotz der Dicke, ist sie leicht. Ich konnte auch nicht feststellen, dass die Achse sich während des Tests verbogen hat und es ist auch nichts kaputt gegangen. Der Bushingseat ist sehr schön eng und verhindert jeglichen Slop.

Auf den Achsstiften ist schon „Loctite“ drauf, aber man sollte sie entweder sehr gut festziehen, oder noch mal einen Tropfen drauf geben, damit sie wirklich gut sitzen, sonst kann es passieren, dass man beim Rollenwechsel die Achsstifte mit raus dreht.

Cruising:

Die Achse ist eigentlich für den Berg gemacht worden, trotzdem sollte dieser Teil nicht fehlen.

Mit 160 mm ist man super wendig unterwegs und kann gemütlich durch die Straßen cruisen. Die Achse ist ganz und gar nicht tot wie die meisten Freeride Trucks, sondern wirkt sehr lebendig. Zum reinen Cruisen ist die Achse nicht ganz das richtige, aber auch einen langen Weg zum Spot, oder mit der Downhill-Planke durch die Stadt zu düsen ist kein Problem und macht sogar ordentlich Spaß.

Downhill/Freeride:

Nun aber zum eigentlichen Einsatzgebiet, dem Berg. Durch die 87a Bushings hatte ich erst etwas bedenken, ob die Achse auch bei schnelleren Geschwindigkeiten stabil bleibt, da ich sonst Bushings um die 90a fahre. Doch nach ein paar Abfahrten waren meine Bedenken verflogen.

Durch die 40 Grad Baseplate und die Barrels ist die Achse stabil und hat keine Anstalten gemacht, sich aufzuschaukeln. Die Achse fühlt sich trotz der 40 Grad Base lebendig an und carvt sich auch angenehm.

Durch die 160/170-mm-Hänger hat man, je nachdem welche man wählt, mehr Grip als mit den gängigen 180 mm Achsen. Das macht sich natürlich vor allem in Kurven bemerkbar, plötzlich kann man Kurven grippen, die man vorher sliden musste. Die Achse lässt sich dadurch aber auch schwerer in den Slide drücken und man muss mit Griprollen aufpassen, dass man keinen Highsider bekommt. Sobald man einmal im Slide ist, rutscht man wie gewohnt ganz normal, nur merkt man schon, dass die Achse einen deutlich früher zurück auf Grip ziehen möchte. Das passiert aber sehr angenehm und man wird nicht zurückgerissen, sondern muss dem einfach nur nachgeben und schon fährt man ganz normal weiter.

Der schmale Hänger sorgt für zusätzlichen GripDer schmale Hänger sorgt für zusätzlichen Grip

 

Mit 160 mm und frischen Griprollen kann das Ganze aber kniffelig werden und man muss das Brett ordentlich drücken, um überhaupt in den Slide zu kommen. Daher würde ich Anfängern auch empfehlen maximal 170 mm zu fahren, da sich die Slides dann leichter einleiten lassen.

Quick Change System:

Auf Muttern wird hier verzichtet, ersetzt werden sie durch ein System, dass drei  „Stifte“ ausfährt, die die Rollen auf dem Achsstift vor dem runter rutschen blockieren. Diese „spikes“ kann man durch Drücken in den Achsstift lösen und so kann man die Rollen extrem schnell wechseln.

Das Ganze ist eigentlich ziemlich innovativ und eine gute Idee, denn das ständige Schrauben beim Rollenwechsel nervt. Es funktioniert einwandfrei, man muss nur darauf achten, dass man den Knopf zum Lösen richtig einrasten lässt, da das System sonst während der Fahrt aufgehen kann.

Bis ca. 50 km/h habe ich das Quick change System getestet und lebe noch. Auch darüber denke ich, dass man keine Probleme hat, trotzdem ich davor etwas Angst hatte und mich nicht getraut habe, schneller damit zu fahren. Ich persönlich vertraue lieber ganz klassisch auf Mutter, die ich selbst festziehen kann. Das System ist nur optional und die Achsen können auch mit ganz normalen Muttern bestellt werden. Meine 160 mm Version der Achse hat das System nicht.

Fazit:

Ich bin sehr positiv beeindruckt von der Achse, sie gefällt mir mit der Zeit immer besser. Der zusätzliche Grip macht viel Spaß und man ist auch am Berg schön wendig unterwegs.

Für mich hat die Achse ein paar kleine Mängel, die Bushings und die „lockeren“ Achsstifte, die man aber mit ein paar Handgriffen lösen kann und mit wenig Geld die Achse upgraden kann.

Sobald man sich die passenden Bushings gesucht hat, kann der Spaß dann aber losgehen.

Empfehlen kann ich die Achse allen Leuten, die eine günstige Forged Achse suchen und trotzdem nicht auf Qualität verzichten wollen. Auch Leuten, die gerne mal eine schmalere Achse probieren wollen, kann ich hier eine Kaufempfehlung geben, für den günstigen Preis von ca. 120 Euro bekommt ihr eine super Achse.

Ob ihr dem „Quick change System“ vertrauen wollt, ist eure Entscheidung, an sich ist das Ganze eine echt innovative Idee, ich bleibe aber doch lieber bei normalen Muttern.

Kommentare

Neuen Kommentar schreiben

Bild des Benutzers Gast

Type in the adjacent number to solve the CAPTCHA: 13132