|
|
| Kantabrien 2005 |
|
| Geschrieben von johannes meschede | |||||
| Wednesday, 16. November 2005 | 2385 mal gelesen | ||||
Seite 2 von 3 Die Zeit wird relativ. Stunden und Tage verschmelzen. Es gilt jeden Augenblick auszukosten. Die Kunst dabei ist, nicht die Balance zu verlieren. Hastet man den Erlebnissen hinterher, will man einen besonderen Eindruck an den nächsten reihen, braucht man bald immer krassere Erlebnisse, um nicht in einen Zustand der Langeweile zu verfallen. Gerade beim Surfen kann es schwierig werden sich zu motivieren. Werden die Bedingungen schlechter, wird auch öfters die Stimmung schlechter. Gelangweilt pisst man sich gegenseitig an, weil man die aufgestaute Energie nicht loswerden kann. Dazu kommt noch, dass es in jeder Gruppe, die zusammen auf Reisen geht, eine Phase der Ernüchterung gibt, ein stimmungsmäßiger Tiefpunkt. Auch wir sind dagegen nicht ganz immun, aber die Kabbeleien – wer kochen muss, wer abspülen muss, wer essen holen geht – halten sich im Rahmen und werden bei einem Darttunier mit ein paar Bier heruntergespült. Zum Glück steht der Wellengott auf unserer Seite und lässt uns nicht völlig hängen. Jeden Tag können wir ins Wasser, manchmal zwar nur bei kniehohen Wellen, aber dem ausgeglichenen Hobby-Surfer können auch diese ein Grinsen aufs Gesicht zaubern. Tag für Tag werden wir mit unserer Umgebung vertrauter. Wir fahren die Küste hoch und runter und checken nahezu alle Surfspots ab, die uns der Stormriders Guide und die Locals verrieten. In Noja kommen wir an einer feinen Poollandschaft vorbei. Zwar zeigt der Boden schon Erosionserscheinungen, aber mit großen Rollen kann man noch gut durch den Pool heizen. Ich hätte mir nur noch gewünscht, richtig skaten zu können, aber das Rumrollen macht auch so Spaß. ![]() Ein wahrlich farbenfroher Pool Es ist klar, dass wir für Boardmag fett representen... ![]() Boardmag bald weltweit Die Stunden am Strand brennen sich allerdings am tiefsten in meine Erinnerung ein. Eigentlich müssten wir uns schämen, vom Schicksal derart beglückt zu werden. Aber die schöne Zeit und den schönen Ort zu verschmähen, wäre auch das Falsche. Also surfen wir, bis die Arme nur noch Gummi waren, pflücken Muscheln, schlürfen Austern und jagten Krebsen und Fischen hinterher. Abends treffen sich alle reisenden Surfer, die gerade an „unserer“ Bucht standen, am Lagerfeuer. Bier und Surf-Geschichten machen die Runde, auf deutsch und englisch, untermalt von Digeridoos, Gitarren und Bongos. Leider kommt kein richtiger Kontakt zu spanischen Surfern zustande, aber zumindest kann auch keine offene Feindseligkeit festgestellt werden. ![]() Björn zeigt uns seinen Beitrag fürs Abendessen. Es wurde ein riesiges Miesmuschel-Gelage. Hmm. Das einzig Beständige ist der Wandel. Dieses Prinzip lässt sich auch auf unsere Reisegemeinschaft anwenden. Es verlassen uns einige, andere kommen hinzu. In der zweiten Woche gesellt sich Flo Duhse zu uns, der es aber vorzieht auf die Campingplatzgebühr zu verzichten und lieber in einem kleinen Auto direkt am Strand pennt. ![]() Berria beglückt uns mit dem Traum eines jeden Surfers Dawn Patrol. Die Wellen in der Bucht von Ajo sind 2-3m closed out. Wir machen uns auf nach Berria. Es hat ablandigen Wind, und die größeren Sets sind 2m hoch. Drei bis vier beständige Wellen laufen in der Bucht, und die hungrige Meute verteilt sich in Grüppchen über 500m. An keinem Take-off Spot ist es zu voll; jeder bekommt genügend Wellen. Wir paddeln mal hier und mal dort hin und surfen mit einem breiten Grinsen ein paar der besten Wellen die wir je hatten. ![]() Der aufstrebende Surfjournalist Flo Duhse beim Take-off in Berria WEITER AUF DER NÄCHSTEN SEITE |
|||||
|
|
|---|
.png)



















Hier registrieren