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Am 21.2.07 war es soweit: Billy Talent,
seit wenigen Jahren eine der festen Größen im
Rockgeschäft, gaben sich die Ehre und spielten im Rahmen ihrer
Europa/USA Tour auch in einem beschaulichen Städtchen namens
Freiburg im Breisgau vor. Mit freundlicher Unterstützung des
Veranstalters (Dank an Bernie von fkp scorpio!) war es mir möglich,
noch spontan vorbei zu schauen und mir ein eigenes Bild von dem Hype,
der momentan in Deutschland um diese Band abgeht, zu machen.
Da alles sehr kurzfristig geplant
worden war, kam ich leider erst zur zweiten Vorband, Alexisonfire -
Fans von Enter Shikari, dem ersten Support, sei aber gesagt, dass die
Jungs wohl eine gute Figur gemacht haben und noch den ganzen Monat
März in Großbritannien rumtouren. Wer also nachreisen
will, findet hier (www.entershikari.com) hilfreiche Tipps.
Als Support gebucht, versuchten
Alexisonfire (www.theonlybandever.com), das Beste aus ihrer
Situation zu machen und dem Publikum ordentlich mit ihrem Gemisch
aus Hardcore und Melancholie einzuheizen. Stimmung kam dann auch vor
allem vor der Bühne auf, wobei der Band trotz mehrfacher
Aufforderung ein Circlepit verwehrt blieb.
Nach dieser wohldosierten Vorschau auf
das, was noch kommen könnte, begannen die Bühnenarbeiten für
den Mainact und meine ersten Negativerlebnisse. Da ich bereits auf
dem Hurricane Festival im vergangenen Jahr Billy Talents
Stimmungmache erleben durfte, wollte ich mir das Tanzspektakel vor
der Bühne auch diesmal nicht entgehen lassen und kämpfte
mich entschlossen nach vorne vor. Mein Weg wurde jedoch abrupt
gestoppt, denn kluge Sicherheitstechniker hatten mit freundlicher
Unterstützung polizeilicher Verordnungen einen Absperrungsring
um den Bereich direkt vor der Bühne gezogen und ließen nur
diejenigen hinein, die ein vorher ausgegebenes blaues Armband
vorweisen konnten. Das konnte ich selbstverständlich nicht,
wurden doch diese Bänder an die ersten vergeben, die das Gelände
betreten hatten.
Da Billy Talent aber nicht mehr nur noch in Clubs in
und um Toronto spielt, handelte es sich um die Extremmosher, die vor
der Bühne abgehen durften, größtenteils um 12-16
jährige Teenies, die bereits gegen 16.30 Uhr auf dem Gelände
der Rothausarena ihr Zelt aufgeschlagen hatten. Ob es nun an der
geringeren Durchschnittsmasse dieser „echten“ Fans gelegen hat
oder aber an zu besorgten Stadtvätern/ grünen Männchen,
jedenfalls war der extra abgsperrte Bereich vor der Bühne nicht
im Geringsten gefüllt, es entstand vielmehr eine große
Lücke zwischen Fans vor der Bühne und dem Rest der ungefähr
8000 Menschen hinter den Barrikaden, was dem ganzen ein wenig den
Geschmack einer Zwei-Klassen-Gesellschaft verlieh. Nachdem ich meinen
Frust an einer der Absperrungen ausgelassen und mir einen guten
Platz hinter dieser verschafft hatte, starteten Billy Talent dann
irgendwann mit dem Opener ihres ersten Albums, „This is how it
goes“ und fürs erste war meine schlechte Laune verflogen,
denn Billy Talent können etwas, was einem kein noch so
enervierender Ordner nehmen kann: Sie treten Ärsche, und zwar
viele, und das auf einmal, resultierend daraus eine 700-köpfige
Gruppe vor der Bühne, die größtenteils rhythmisch mit
dem Arm winkt und auf und ab springt, gefolgt von einer weitaus
größeren Menge dahinter (in sicherem Abstand, obwohl das
wahrscheinlich andersherum geplant worden war), die nicht nur auf und
ab springt, sondern auch nach links und rechts und vorne und hinten.
Im weiteren Verlauf spielten die Jungs
aus Kanada ein starkes Set, in dem sich eben genannte
Arschtritt-Songs wie „This is how it goes“ oder „Fallen Leaves“
mit schunkeligen Balladen wie „This Suffering“ oder „Surrender“
abwechselten. Auffallend war dabei, dass vor allem die Songs aus dem
ersten Album der Band, „Billy Talent“, für Stimmung sorgten,
während die eher ruhigen und melodischeren Songs des zweiten
Teils, „Billy Talent II“, vor allem für spitze Schreie
sorgten, die man sonst eher beim Erscheinen von diversen
minderjährigen und schlecht geschminkten Transvestiten mit
schwarzem Kunsthaar zu hören bekommt.
Insgesamt war die Stimmung
großartig, an einigen Stellen war es so wild wie bei
Punkkonzerten in Jugendzentren, zum Beispiel bei „River Below“,
„Prisoners of today“ oder auch „Devil in a midnight mass“
und vor allem die Zugabe war mit der Gänsehaut-Ballade „Nothing
to lose“ sowie dem aktuellem Ohrwurm „Red Flag“ perfekt
abgestimmt. Das Set hat bei mir perönlich nur zwei Kritikpunkte
hervorgerufen. Zum einen, dass die Band nur etwa 70 Minuten gespielt
hat, die viel zu schnell vorbei waren, zum anderen, dass, wie schon
beim Hurricane, wieder nicht der absolute Knaller vom ersten Album,
„Voices of Violence“ gespielt wurde. Die Zeit wurde außerdem
teilweise unnötig in die Länge gezogen, weil Sänger
Ben die üblichen Geschichten erzählen musste, die sich
manchmal wie auswendig gelernt anhörten und mir auch schon
bekannt vorkamen.
Im Resultat bleibt mir nun nur noch,
ein insgesamt positives Urteil zu fällen, da Billy Talent einfach
sehr gute Musik machen und trotz der Monotonie im Tour-Alltag immer
noch wissen, wie man die Menge, ganz gleich, wie diese geartet ist,
zum Kochen bringt. Und wenn man danach sein T-Shirt ausziehen muss,
weil es zu verschwitzt ist und einem so gut wie jeder Muskel weh
tut, dann muss es ein gutes Konzert gewesen sein, hat schon mein
Großvater gesagt.
Infos zur Band unter
www.billytalent.com oder www.billy-talent.de
Photos by Dustin Rabin
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"die man sonst eher beim Erscheinen von Geschrieben von skatedevil am 2007-03-03 21:24:30 also allein wegen diesem kommentar vist der artikel schon affengeil! wer des nich versteht muss die letzten 2 jahredas glück gehabt haben, dass immer wenn mtviva lief eine gewisse band nicht gespielt hat! also RocK4ever... |
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