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| Interview mit der Rebeat Funk Night und Jazzman |
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| Geschrieben von boardmag.com Redaktion | |
| Donnerstag, 11. Oktober 2007 | 637 mal gelesen |
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Interview mit der Rebeat Funk Night
Die Rebeat Funk Night ist eine monatliche Veranstaltung, die sich exklusiv dem Funk der späten 60er und frühen 70er Jahre verschrieben hat. Beide Keller des Ruefetto sind Ort des Geschehens. Wir - Ricardo Magnus alias Thelonious Fonk (Argentinien) und Marc Haering aka Wah Wah Anatol (Freiburg) - stehen nicht nur hinter den Plattentellern, sondern kümmern uns auch um Booking, Grafik-Design und spielen auch live-sets.
Wie alles begann und warum?: Die Rebeat begann aus einer Mischung von Idealismus und Not. Anders formuliert: wir haben die Funk Club Night ins Leben gerufen, die wir in Freiburg so sehr vermisst haben. In der ganzen Stadt und Umgebung konnte man kein deep Funk oder raw Soul hören. Unsere Enttäuschung musste ein Ende haben!
Entschuldigung, aber was bedeutet bitte „deep funk“ oder „raw Soul“? Raw bedeutet rau, roh, krud – eben unverarbeitet. Damit wollen wir klarmachen, dass wir nur originale Titel spielen, keine Remixes oder ähnliches. Genau diese rohen Aufnahmen werden in der Funkszene seit etwa 15 Jahren als „deep“ bezeichnet – vorausgesetzt, sie besitzen die dazugehörigen Geschmacks-Parameter: satte drums mit breaks, eine synkopierte Basslinie, wah wah Guitarre und knallharte Bläser-Riffs. Pioniere wie Jazzman Gerald oder Keb Darge haben maßgeblich dazu beigetragen, dass Funk heute wieder echt und deep ist. Bestes Beispiel dafür ist die weltberühmte Club Night in London Soho namens „Legendary Deep Funk“ bei Madame Jo Jo´s.
Die Antwort ist recht einfach: die Originale hauen uns jedes mal um, Remixe eben nicht. Da stecken kein öder Sammler-Purismus oder kalte Musikwissenschaftliche Prioritäten dahinter.
Damit möchten wir Klarheit schaffen. Die Leute sollen genau wissen, was für Musik bei der Rebeat zu hören sein wird. Vor allem in diesem schwierig zu unterscheidenden Musikgenre: Funk aus den 80er Jahren zum Beispiel hat sowohl Aufnahmetechnisch als auch musikalisch nichts zu tun mit dem, was wir auflegen. Wir wollen eben nicht, dass ein Fan dieser späteren Funk-Sparte bei uns enttäuscht wird. Andersrum wissen so die Aficionados des deep Funk der 60er Jahre, dass sie bei uns auf Nummer sicher glücklich sein werden.
Gibt es Ausnahmen? Ja, Sharon Jones & The Dap Kings zum Beispiel. Diese Künstler haben wir letztes Jahr nach Freiburg gebracht. Sie verehren nicht nur deep Funk und raw Soul, sondern benutzen dasselbe Equipment für ihre Aufnahmen und die Platten klingen so schön roh wie damals. Dieser Sound ist paradoxerweise heutzutage heiß begehrt – nicht umsonst klopften neulich Amy Winehouse und Kanye West an die Tür der Dap Kings.
Zum deep Funk gehört natürlich die besagte Portion raw Soul sowie eine Prise Jazz-, Latin- und Afrofunk - Soulfood supreme a la carte!
Welche Projekte und/oder musikalischen Aktivitäten laufen zur Zeit oder sind geplant? Momentan laufen die Vorbereitungen für unser 4 Jähriges Jubiläum mit Jazzman Gerald (London) auf Hochtouren. Allein damit gibt es schon genug zu tun. Aber wir stehen in engem Kontakt mit „Osaka Monaurail“, einer atemberaubenden JB-Style Band aus Japan. Unique Records (Düsseldorf) hat soeben Osakas fünfte LP in Europa veröffentlicht – mit ein wenig Glück kommen sie Ende des Jahres nach Freiburg.
Womit würde, musikalisch gesehen, Euer größter Wunsch in Erfüllung gehen? Ein ganz großer Wunsch besteht darin, unsere erste Single fertig aufzunehmen, die dann hoffentlich bei einem unserer Lieblingslabel veröffentlicht wird. Traum Nr. 2: Wir fliegen alle Freiburger Rebeat Funk Fans umsonst mit einem Charter zur Rebeat Funk Night 5 Years Celebration ins Apollo Theater (New York City).
Inwiefern haben sich die Freiburger Clubs und das Publikum in den letzten Jahren verändert? Sehr, und das meinen wir im positiven Sinne. Die Leute wissen immer besser, was sie hören wollen, und entscheiden sehr bewusst, wohin sie ausgehen. Das bringt ein stets wachsendes Musik-Angebot mit sich, dass auf jeden Fall hohe Qualität aufzuweisen hat.
Ruefetto und Waldsee – Jazzhaus beim Eric Truffazz Konzert, oder Ende Oktober im Alten Wartesaal in Köln, wenn Sharon Jones wieder Ihr Bestes gibt.
Interview Jazzman
Gerald Short alias DJ Jazzman INTERVIEW: ANDREAS SCHNEITTER
baz: Als DJ spielen Sie Singles, für die mancher mehrere Tausend Euros auf den Tisch legen würde. Sind Sie im Club schon mal bestohlen worden? Sehr selten. Ich passe immer auf und trage meinen DJ-Koffer immer bei mir, selbst im
Flugzeug. Ich gebe ihn nie aus der
Hand.
Das hat sich geändert?
Natürlich, es gibt einfach nicht
unbegrenzt viele Platten. Je seltener sie werden, desto wertvoller.
Und: Dank Hip-Hop, der oft mit Samples früherer Soul- und
Funksongs arbeitet, hat sich auch wieder ein Publikum für diese
alte Musik gefunden.
Thelonious Fonk, Wah Wah Anatol und Jazzman Gerald präsentieren „The World rarest Funk 45´s“ am Freitag 19ten Oktober ab 22 Uhr im Ruefetto (Granatgäßle 3). Eintritt kostet 5.-
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