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Mi. 25. Jan 2012, 20:54 Uhr | Redaktion | 0 Kommentare

Interview mit yellowfoot

Interview mit yellowfoot Surfboards

Warum in der Ferne oder im Internet ein Surfbrett bestellen, wenn es in Freiburg eine kleine Schmiede mit dem Namen yellowfoot gibt? Zugegeben, die Bretter, die Flo und Benni herstellen, sehen nicht nur etwas anders aus als die Bretter von der Stange, ihr Fahrverhalten unterscheidet sich auch von den herkömmlichen Schaumbretter. Yellowfoot fertigt nämlich ausschließlich Surfboards aus Balsaholz an. Aus diesem extrem leichten Holz entsteht je nach Kundenwunsch ein individuell angefertigtes Surfbrett. In - wenn erforderlich - mehreren persönlichen Gesprächen versuchen Flo und Benni mit dem Kunden zusammen herauszufinden, wie das Brett später aussehen soll, welche Fahreigenschaften es besitzen soll etc. Danach beginnt der zeitintensive Arbeitsprozess von der Auswahl des Holzes über die Verleimung, die Formung des Rockers etc. Jedes Brett ist custom made - in Freiburg!
 


Benni und Flo in ihrer neuen Werkstatt

 

Die Idee zu yellowfoot entstand im Jahr 2007, nachdem Flo von einem mehrjährigen Aufenthalt in Ecuador wieder zurückkehrte. Im Land des Balsaholzes gewann er bei einem lokalen Shaper Einblicke in die Bauweise der Holzboards. Mit diesem Wissen ausgestattet, setzte er sich Benni zusammen, das Resultat war die Fertigstellung des ersten Balsaboards 2008. Die "Mary Lou", so der Name ihres zweiten produzierten Brettes, ist bis heute in den verschiedenen Testcenter das gefragteste Board. Nach und nach entwickelte und testete yellowfoot in ständiger Zusammenarbeit mit ihren Teamridern neue Bretter, der Bekanntheitsgrad (Bspw. Artikel im Surfers) stieg und somit wurden immer mehr Surfer auf die Balsabretter aufmerksam. Seit Mitte des letzten Jahres arbeiten Flo und Benni hauptberuflich an neuen Boards, die Zeit zwischen den Jahren nutzten sie für einen Umzug in eine größere Fertigungsstätte. Im April bietet yellowfoot zum ersten Mal ein Shapecamp an, bei dem die Teilnehmer die Möglichkeit haben, innerhalb von 10 Tagen ihr eigenes Balsaboard zu gestalten und zu fertigen. Zeit, die Jungs in ihren neuen heiligen Hallen zu besuchen und mit ihnen ein kleines Interview zu führen! In einem Interview sprechen die beiden über die vielen Neuerungen, sowie über bisherige Erfahrungen und verraten, wo in diesem Jahr mit ihren Testcenter zu rechnen ist.


Frage: Wenn ihr an eure Gründungsphase 2007 zurückdenkt, was ist euch von dieser Zeit noch in Erinnerung geblieben?

Flo: Ich hab von Ecuador das Wissen über das Shapen von Balsabrettern mitgenommen. Ich wusste, welche Schritte in welcher Reihenfolge kommen usw… Ich hab dann mit Benni über die Idee gesprochen, hier Bretter zu shapen. Mit seinem handwerklichen Universaltalent sind ihm dann auch gleich ein paar Weiterentwicklungen gelungen und so kam eines zum anderen!

F: Warum habt ihr Freiburg als Standort für yellowfoot ausgewählt und nicht etwa einen Ort am Strand, wo beispielsweise mehr Laufkundschaft hättet und die Bretter schneller testen könntet?

Benni: Zuächst einmal wegen der Infrastruktur. Das Projekt yellowfoot lief ja erstmal nebenher. In den ersten Jahren wollten wir erstmal Erfahrungen sammeln, haben experimentiert, kannten eine Schreinerei, die uns ihre Werkstatt zur Verfügung stellte… Hier in Freiburg zu bleiben, hat uns am Anfang einiges erleichtert.

Flo: Wir wollen einen Schritt nach dem anderen machen. Shapen heisst, ständig dazuzulernen, weiterentwickeln. Wir fahren mehrmals an den Atlantik, um dort zu testen, unsere Teamrider sind rund um den Globus unterwegs und geben uns ständig Feedback. Aber sicherlich kann irgendwann der nächste logischer Schritt sein, den Standort an den Strand zu verlagern.

Benni: Seit Mitte 2011 arbeiten wir beide hauptberuflich an den Brettern. Vorher mussten wir nebenher Geld verdienen, sonst wären wir nicht über die Runden gekommen. Jetzt sind wir in größere Räumlichkeiten umgezogen, können dadurch mehr produzieren.

 


Flo beim shapen
 

F: Welche Vorteile seht ihr bei den Balsabrettern im Vergleich zu Schaumbrettern sowohl beim Shapen als auch beim Fahrverhalten im Wasser?

Benni: Zunächst einmal ist es etwas Besonderes mit dem Naturstoff Holz zu arbeiten, Shaper der klassischen Surfboardherstellung gibt es zu tausenden. Dieses Material hat im Vergleich zu Schaum zunächst einmal den Vorteil, dass es langlebiger ist. Es delaminiert nicht, die Fasern gehen nach einer Delle in ihre ursprüngliche Form zurück. Die Haltbarkeit dieser Boards ist der der Schaumbretter deutlich überlegen. Zudem ist Holz als nachwachsender Rohstoff auch im Hinblick auf die Umwelt die bessere Materialwahl.

Flo: Da Holz im Vergleich mit einem Schaumkern steifer ist, nimmt es nicht so viele Schwingungen vom Wasser auf, laufen Balsaboards auch auf größeren Wellen sehr stabil und ruhig. Zudem gleiten sie sehr schnell an und ermöglichen es somit, schnell in eine Welle zu kommen.

F: Was erwartet ihr euch für das Jahr 2012?

Flo: Wir wollen schwarze Zahlen schreiben (lacht)! Mit Yellowfoot soll es so weitergehen wie bisher, das heisst, stetig bergauf in der Entwicklung.
Benni: Ja, wir wollen unseren vielen Aufträgen genügen und viele Boards produzieren.


Welche neuen Projekte habt ihr euch für das neue Jahr vorgenommen?

Flo: Wir wollen Wakeboards bzw. Wakeskates aus Balsaholz entwickeln. Zudem ist noch etwas in die Richtung SUP geplant…

F: Und natürlich das Shapecamp, wie seid ihr auf die Idee dazu gekommen?

Benni: Wir haben sehr viele Anfragen von Leuten, die gerne ihr eigenes Brett shapen wollen und auf unser Know-how zurückgreifen wollen. Da wir momentan viel arbeiten und unsere Zeit knapp ist, kam uns der Gedanke, einen Workshop anzubieten. Dort stehen wir dann ständig bereit, um den Leuten weiterzuhelfen.

F: Was erwartet die Teilnehmer dort?

Flo: In Absprache mit dem Teilnehmer fertigen wir den Blank hier in Freiburg. In Frankreich ist der Kreativität der Teilnehmer keine Grenze gesetzt. Sie können den Blank dann zu einem Surfboard ihrer Vorstellung formen und gestalten. Wir werden zusätzlich einige Theorieeinheiten anbieten, wie z.B. Tailformen, Rocker, Rail, Bottom. Das Glassing übernehmen wir dann in Freiburg, weil dieser Prozess in der Zeit in Frankreich nicht abgeschlossen werden kann. Danach ist jeder Teilnehmer stolzer Besitzer eines selbstangefertigten Balsaboards. Wir wollen während der des Shapecamps unser Wissen mit den Teilnehmern teilen und ihnen die Möglichkeit und das Gefühl geben, ein eigenes Brett herzustellen.

F: Wo werdet ihr 2012 eure Testcenter einrichten?

Benni: Wir werden als Fixtermine wieder bei den ADH und den Deutschen Meisterschaften sein. Zusätzlich dazu werden wir auch zu anderen Zeiten am Atlantik sein und vorher über die Homepage informieren, wo ihr uns finden könnt.

Flo: Unser Testcenter wird in diesem Jahr um eine Mini Gun erweitert, ansonsten reicht das Repertoire von Eggs über Malibus bis hin zu einem Shortboard. Da dürfte also für jeden etwas dabei sein.


 


yellowfoot Testcenter


Mehr Informationen über yellowfoot, das Shapecamp, die Boards findet ihr auf der homepage oder über facebook….

Text und Interview: Benny Glunz
 

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