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So. 16. Okt 2011, 21:45 Uhr | Redaktion | 0 Kommentare

Der Slide


Die Rollen brechen aus, das Brett steht quer und Adrenalin pumpt sich durch die Nervenbahnen. Geil! Einmal die Technik richtig kapiert mutiert der Power Slide zu einer Sucht. Bei jeder Session puscht man die eigenen Grenzen und versucht das Brett noch derber, noch weiter und noch lauter über den Asphalt zu drücken. Front side, back side, one hand, no hand, ganz egal. Hauptsache Rock & Roll! Aber, was macht ihn eigentlich so magisch, diesen Slide? Was ist so faszinierend an ihm? „Na ganz klar, immer einen oben drauf legen, seine eigene Leistung zu steigern, darum geht´s!“ sagt Pavel Teamfahrer Sebastian Hertler.
 

Sebastian Hertler Toeside

Der Slide zählt beim Longboarden sicherlich als besonders spektakulär. Dynamisch, kraftvoll und ästhetisch, geschmeidig zugleich. Es ist der Thrill, wenn das Brett quer zur Straße steht. Es ist laut, es ist krass und es tut verdammt weh, wenn man ihn bailed. Es ist dieser dünne Draht zwischen Glanz und Schmerz, zwischen Glückgefühl und Angstschweiz. In der Theorie ist alles halb so wild – einfach den Carve anfahren, am Scheitelpunkt das Brett kontrolliert rumdrücken, sliden, das Brett zurückholen, that´s it. Oder, wie es auf der Olsen & Hekmati Seite steht: „Seitliches Rutschen unter Kontrolliertem Verlust der Bodenhaftung“. Eine präzise doch etwas emotionslose Beschreibung. Denn nur derjenige der Geist und Körper im richtigen Moment in Einklang bringt wird die Früchte ernten. Nur ein Moment des Zögerns, nur ein flüchtiger Zweifel und man küsst den Asphalt. Doch nicht nur der Kopf muss frei sein, auch Körper- und Brettbeherrschung sind wichtige Voraussetzungen um einen Slide zu meistern, denn; drückt man zu viel, drückt man nicht genug – scheitern. Alles, im richtigen Moment, richtig machen – nicht immer einfach.


Alex Dehmel bei einer Nachtsession, pic Oliver Dehmel

Anders als bei den üblichen Slide-Skateboard-Setups wie beispielsweise Slide Legenden Sergio Yuppie, oder Cliff Coleman haben, wird beim Longboard erst bei viel höheren Geschwindigkeiten das Ganze überhaupt erst funktionieren. Ein teuflischer Teufelskreis. Du willst noch ein krasseres Ding hinlegen, dafür musst du noch schneller fahren, auch wenn du schon am Limit fährst. Und am Limit fahren heißt ab und zu dem Asphalt Tribut zollen. Skaten ist manchmal auch Schmerz erfahren, das war schon immer so. Die eigenen Grenzen puschen, bedeutet am Ende des Tages vielleicht zu bluten. Aber vielleicht steckt gerade hier die Magie drin – das Bewusstsein, es nur schaffen zu können wenn man über sich hinaus wächst. Dem Schmerz ins Gesicht lachen, aufstehen und es nochmal probieren. Manch einer meint es geht darum, weiter zu Sliden als andere. Sich zu profilieren. Ich glaube tief im Skater-Herzen geht es darum über sich selbst zu wachsen. Die eigenen Ängste überwinden und es sich beweisen.

Wolfgang Coleman vom Landyachtz Team zieht einen knapp 50 Meter langen Standup hin. Reinziehen und staunen!




 
Der Australier Benjamin Dowie hat in seinem Film "Slide" die Ästhetik eindrucksvoll eingefangen. Zurücklehnen und genießen...
 

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