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Longboard Wiki 3: Fahrtechniken des Longboardens

Fr. 28. Mär 2014, 12:42 Uhr | boardfreak |

Wie bewegst Du Dich und was willst Du mit Deinem Board machen?

Diese Entscheidung mußt Du treffen, bevor Du Dich mit dem Material beschäftigst, das Du auswählen willst.

 

Downhill

 

Downhill-Fahren gilt als die Königsdisziplin im Longboarden, ist allerdings auch gefährlich. Grundsätzlich sollte man sich nur an das DownhilBoarden mit Motorrad Schutzausrüstung wie Lederkombi, Helm und Slidegloves wagen. Da beim Downhill Geschwindigkeiten bis über 100 km/h erreicht werden, begrenzt sich die natürliche Zielgruppe eher natürlich auf Adrenalin-Junks und Leute, die eine Herausforderung im Grenzbereich suchen.

Downhillboards haben meist eine tiefergelegte Standfläche wodurch der Schwerpunkt nach unten verlagert wird und eine höhere Stabilität entsteht. Das macht sich vor allem bei der Kruvenlage bemerkbar. Fährt man das Board über 50 km/h und beginnt das Board instabil zu werden und zu schlingern (Speed Wobbles), dann gibt es drei Möglichkeiten:

1. die Achsen sind nicht richtig auf das Board und die Fahrweise eingestellt. Hier heißt es dann, die Achsen härter einstellen.

2. es handelt sich schlicht um kein Downhillboard.

3. die Achsen haben für die Geschwindigkeit den falschen Base/Hanger Winkel. Dieser sollte bei Downhillfahrten ca. 40° betragen, bei Crusing Achsen ist er ca. 50° +. Es gibt Achsfirmen wie z.B. Bear Trucks, bei denen die Grundplatten für einen anderen Winkel austauschbar sind und somit jeweils auch zum Downhillfahren oder Cruisen umrüstbar sind. Bestes Beispiel sind hier die Bear Trucks...

 

Und: immer mit Helm fahren...

Downhill mit Motorradkombi

 

Sliden

 

Sliden wird zur Geschwindigkeitsverringerung verwendet. Dabei kommt es zu einem kontrollierten Wegrutschen in der Kurve, ursprünglich beim Downhillfahren. Problem dabei ist, wenn es intensiv ausgeführt wird, dass die Rollen konisch werden und Flatspots (eckige und einseitig abgeriebene Rollen) bekommen.

Sliden wird heute auch im Freestyle verwendet.

Zu beachten:

- weichere Rollen kleben eher am Boden, d.h. ohne die entsprechende Übung kann es zu unkonrollierten Slides kommen, nur mit Übung ist hier eine bessere Kontrolle gegeben – allerdings auch eine hohe Abnutzung der Rollen.

- Rollen mit einerer rauheren Oberfläche eignen sich besser zum Sliden, Beispiel Durians oder Stimulus von Orangatang, weniger geeignet sind z.B. die In Heat Wheels von Orangatang, da sie eine komplett glatte Oberfläche haben und am Boden kleben.

 

Grundsätzlich gilt: Harte Rollen rollen schneller, neigen aber dazu – insbesondere bei rauher Oberfläche - bei Slides auszubrechen.

 

Perfekte Slide-Wheels: Durian oder Morongas von Loaded oder Metro Wheels.

Sven Willy beim Powerslide...

 

Carven

 

Carven zeichnet sich- ähnlich wie beim Snowboarden – durch „geschnittene“ Schwünge aus. Es wird „auf Linie“ Gefahren und ein sauberer Turn gezogen. Zu beachten ist hier: weiche Achsen und optimalerweise größere Rollen 70mm + sollten in jedem Fall angepaßt zum Board ausgewählt werden. Wheelbytes sollten tunlichst vermieden werden, da durch das Zusammentreffen von Board und Rolle bei der Kurve erhebliche Verletzungen entstehen können. Also: immer darauf achten, dass der Abstand zwischen Rolle und Board groß genug ist z.B. durch Space-Pad-Erhöhungen bei Top-Mount Boards oder die Rollengröße exakt auf das Drop Through abgestimmt ist.

Eine Sonderform des Carven ist das Pumpen: hier wird das Flexverhalten des Boards ausgenutzt und die Kraft des Rückflexes bereits für die nächste Kurve verwendet. Durch das Durchbiegen des Boards wird beim Hochschnellen ein Schwung erzielt, der in die nächste Kurve mit hineingenommen wird. Folge ist, daß eine sehr schnelle und wenig kraftaufwendige Bewegung möglich ist. Diese Technik wird sowohl bei den kleinen Slalomboards, bei Flexlongboards als auch dem neuen Trend der Citycruiser verwendet. Hier können erhebliche Geschwindigkeiten auf der Ebene erzielt werden und: das ist die perfekte Übung zum Snowboarden.

Ben Czepul beim Carven - beim Snowboarden heißt der geschnittene Schwung genauso

 

Cruisen und Dancing

 

Cruisen ist das chillige durch die Gegend fahren, kurzum, das Surffeeling wird auf die Straße gebracht.

Eine Unterform des Cruisens ist das Dancing. Hier werden lange Longboards meist über 120 cm genommen, auf denen man ähnlich dem Boardwalking beim Wellenreiten, sich auf dem Board hin und her bewegen kann – ganz nach Laune, Straßenlage und Bewegungswillen. Optimal eignen sich die Dancer-Boards auch für Freestyle-Aktivitäten, die auf dem Board ausgeführt werden (z.B. Handstand etc.).

Boardwalk - ähnlich dem Surfing

 

Freestyle

 

So wie beim Cruisen und Dancing das chillige Fahren im Vordergrund steht, ist der Freestyle im Longboarden vom Einfluß des Streetskatens geprägt. Hier werden die gleichen Tricks gemacht – auch wenn das zum Teil erheblich mehr Übung erfordert, da die Boards nicht nur länger, sondern auch schwerer sind. Die verwendeten Boards haben ein klassisches Pool Shape (mit fast schon eckiger Nose und Tail) und erinnern eher trotz extremer Breite (9“ +) eher an ein Skateboard denn Longboard, oder, sie haben zumindest eine/n Kick-Nose und Tail, um hier Tricks zu gewährleisten.

Die beiden nachfolgenden Bilder zeigen die Extremformen: das relativ skateboardorientierte Loaded Tesserac und eines der längeren Dancer-Longboards, das Loaded Bhangra – eben auch mit Kick-Nose und -Tail.

Fetter Air mit dem Loaded Tesserac

 

Bhangra Kickflip

 

und die Links zu den anderen Wikis:

Longboard Wiki 1: Was muss ich beim Longboardkauf beachten?

Longboard Wiki 2: Was ist Longboarden und woher kommt es?

Longboard Wiki 3: Fahrtechniken des Longboardens

Longboard Wiki 4: Material, woraus besteht das Longboard?

Longboard Wiki 5: Longboard Arten und Montageformen

Longboard Wiki 6: Longboard Achsen und Bushings

Longboard Wiki 7:Longboard Rollen und Montage 

Und Longboard Shoppen könnt Ihr wie immer im Boardshop 

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