Also ich heiße Christoph bin 35 und ich wohne in Nürnberg.
Danny Sommerfeld-Nollie
Wie bist du zur Fotografie gekommen? Du hast ja nicht den
klassischen Weg der Fotografenlehre oder des Studiums eingeschlagen.
Den ersten Kontakt mit Fotografie hatte ich vor ca. 15
Jahren im Rahmen eines Praktikums bei einem Werbefotografen. Die erste
Fotoausrüstung habe ich mir aber erst sehr viele Jahre später zugelegt Als mein
aktives skaten etwas weniger wurde habe ich angefangen meine Kumpels dabei zu
fotografieren. Da mich die ganze Thematik aber auch in anderen Bereichen
interessierte, fing ich an bei verschiedenen Fotografen, zumeist bei
Mode-shootings als Assitent zu arbeiten. Das war außerdem auch ein guter
Nebenverdienst.
Ab welchem Punkt hast du dir überlegt davon zu leben?
Nach und nach bekam ich dann immer mehr eigene Jobs
vermittelt, habe für ein Stadtmagzin regelmäßig Sachen gemacht, Events
fotografiert. Als ich schließlich der „Hausfotograf“ von Boards and More und
dem Monster Skateboard Mag wurde war die Sache für mich klar.
Patrick Bös-Nollie Heelflip
Kannst du dir vorstellen den Beruf als Fotograf bis zur
Rente durch zuziehen? Natürlich nicht zwingend im Sportbereich, aber du machst
ja auch z.B. ganz schicke people Aufnahmen. Oder reizt es dich noch mal
umzusatteln?
Also ich hoffe ich kann diesen Beruf bis zur Rente machen,
es ist ja auch mein Traumberuf.
Es ist natürlich nicht immer einfach als selbstständiger
Fotograf, aber das ist es als Grafiker, Journalist etc ja auch nicht unbedingt.
Es gibt ups and downs, Jobs kommen und gehen, man darf eben nicht auf der
faulen Haut liegen und sollte sich immer weiterentwickeln in dem was man tut.
Was für Fotos machst du lieber? Die Kommerzielen Sachen
für Auftraggeber bei denen es gewisse Grenzen gibt, oder die Sachen bei denen
du deine Versionen verwirklichen kannst?
Klarbevorzuge ich
Sachen bei denen ich mir selbst Alles überlege und freie Hand habe.
Bei kommerziellen Sachen ist es jedoch manchmal von Vorteil,
wenn der Kunde genau weiß was er will, anstatt zu sagen„mach mal“ und es sich danach doch ganz
anders vorgestellt hat.
Dabei ist es natürlich schon wichtig abzuklären was mit den
vorhandenen Mitteln möglich ist und was nicht.
Stephan Günther- heelflip
Kannst du behaupten dass der Job als Fotograf leicht
verdientes Geld im Gegensatz zu einem Bauarbeiter ist?
Naja ich fühle mich sehr oft wie einer. Ein großer Teil
meiner Tätigkeit ist schon körperliche Arbeit, ob man es glaubt oder nicht.
Mein Fotoeqipment, nur wenn ich Skatefotos machen gehe, hat schon ein Gewicht
von ca. 40 Kilo wenn man dass den ganzen Tag z.B. durch Barcelona zu Fuß hinter
Skatern, die nur mit Board unterwegs sind, herschleppen muss dann kann man sich
ja vorstellen wie man sich am Abend fühlt, kaputter ist ein Bauarbeiter denke
ich auch nicht und mehr Geld hat man damit auch nicht verdient.
Wenn man natürlich das Glück hat große Shootings für große
Firmen, mit Hilfe von mehreren Assitenten, zu schießen, dann schaut es mit der
Entlohnung und der Schlepperei schon anders aus.
Maritzius
Erzähl den Lesern doch mal bitte ein wenig zu deinem
Equipment.
Nach 5 Jahren hauptberuflicher Fotografie kommt schon eine
Menge zusammen, vor allem wenn man in verschiedensten Bereichen arbeitet und
dafür auch dementsprechendes Equipment braucht. Digital arbeite ich mit einer
Nikon D3 und 8 Objektiven zwischen 14 mm und 200 mm, Analog mit einer
Hasselblad Mittelformatkamera und 3 Objektiven zwischen 30 und 150 mm, mit Ihr
mache ich größtenteils Skateboard Still-Fotos.
Gerade bin ich auch am herumexperimentieren mit meiner neu
erstandenen Großformatkamera. Der größte Anteil des Equipment steckt aber im
Studio.
Leider ist der Photostuff auch nicht ganz billig, das
erklärt wahrscheinlich auch, um noch mal auf die letzte Frage zurückzukommen,
warum ein Fotograf, vorausgesetzt er hat einen Job, mehr verdient als ein
Bauarbeiter, denn der braucht all das nicht zu investieren um arbeiten zu
können.
Der Mann hinter vielen einzigartigen Fotos- Christoph Maderer
Wie sollte deine Lieblingssession aussehen? Mehrere
Skater oder lieber nur einer? Erfahrene Pro’s die zwar harte Tricks ballern
aber auch gewisse Ansprüche an Sport und Fotografen haben vs. Rookies welche
nicht so derbe Banger machen, sich dafür aber für alles viel leichter
motivieren lassen.
Ich bin da nicht festgelegt, alles hat seine Vor- und
Nachteile. Der Vorteil einer großen Gruppe ist das sich die Leute gegenseitig
pushen, es passieren mehr Tricks. Aber man fliegt auch leicht raus oder bleibt
an Spots zu lange hängen. Das mit der Motivation ist total unterschiedlich, es
gibt „Pros“ die sehr motiviert sind und welche die sehr unmotiviert sind,
genauso ist es aber auch mit Rookies. Leider wissen viele Rookies es nicht mehr
sehr zu schätzen, wenn man ein Foto von Ihnen machen will, dass auch in einem
Mag wie MSM oder Place etc. gedruckt wird. Zu meiner aktiven Zeit Mitte der 90
er hatte man es schon deutlich schwerer einen Skatefotograf zu Gesicht zu
bekommen und war auch dementsprechend gestoked und motiviert wenn man mal die
Möglichkeit hatte was zu machen.
L.A.
So, gleich haben wir es hinter uns. Vorletzte Frage. Wie
wichtig ist es für dich, dass ein Skateboardfotograf selber auf dem Brett
unterwegs ist ?
Ich denke es ist fast unmöglich gute Skatefotos zu machen,
wenn man generell keine Ahnung vom Sport hat. Es gibt ja doch für jeden Trick
einen bestimmten Moment um Ihn zu fotografieren und diesen muss man zumindest
kennen. Ein „Sekrechtstarter“ ohne Anfahrt und Landung will sicher keiner in
einem guten Skatemag sehen !
Außerdem macht es sicher einen Unterschied, wenn man noch
selbst Bock auf skaten hat, noch gestoked von guten Tricks ist die man
fotografiert und auch eine Runde S.K.A.T.E. mitspielen kann.
Erik Gross-nollie flip
Was für Spots bevorzugst du zum Fotografieren und was zum Skaten?
Naja der Level ist
doch sehr hoch in Skatemags und daher sind zum fotografieren harte Spots, wie
viele Stufen und lange Rails, lukrativer. Man kann aber auch sicher gute Fotos
mit einfacheren Trick schießen, wenn es der Hintergrund hergibt, es ein
stylisher Trick und Fahrer ist.
Um selbst eine gute Session zu haben kommt es mir weniger
auf den Spot an, als vielmehr auf die Leute mit denen ich am skaten bin.
Kite cesar-atomic spray
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